Pickel - Unsere lästigen Begleiter

Veröffentlicht von Carola Areschin am


Wir kennen sie alle: Pickel. Pünktlich vor einem wichtigen Termin oder Date, muss es natürlich wieder auf Stirn, Nase und Co. sprießen! Klar, es gibt Unterschiede zwischen einem kleinen roten Pünktchen und einem ganzen Gesicht voller Kratern, die sogar verdammt weh tun. Was jedoch alle Arten von Pickeln und unreiner Haut gemeinsam haben: Sie nerven, und zwar so richtig! Pickel, egal ob klein oder groß, viele oder wenige, sie nagen oft ganz schön am Selbstbewusstsein.

Hast du auch manchmal das Gefühl, dass alle um dich herum perfekte, babyweiche und strahlende Haut haben? Das ist doch eher Schein als Sein. Besonders durch Social Media schauen uns oft nur makellose Gesichter durch den Bildschirm an, gerade durch Filter wird man schnell unsicher. Aber wusstet ihr, dass 95 % der Jugendlichen unter Akne leiden? Doch Akne ist nicht nur ein Problem der Teenager. Auch unter Erwachsenen sind Pickel weit verbreitet. Wie ihr seht: Ihr seid nicht allein! Viele Betroffene schämen sich für ihre Haut und leiden darunter. Oft wissen wir gar nicht was wir dagegen machen können. Das Gute ist: Ihr müsst euch für nichts schämen! Solltet ihr dennoch etwas gegen die nervigen Pickelchen machen wollen, gibt es einige Möglichkeiten, um eine schöne Haut zu fördern, von Hausmittelchen bis zum Hautarzt.

 

Wie entstehen Pickel?

Es ist wichtig, die Ursachen von Pickeln zu kennen. Der häufigste Grund für unreine Haut ist, wenn eine Talgdrüsenüberfunktion, sogenannte Seborrhö, und eine Verhornungsstörung, sogenannte Hyperkeratose, aufeinandertreffen.

In unserer Haut sind Talgdrüsen, die Talg, sogenanntes Sebum, produzieren und absondern. An der Hautoberfläche angelangt, legt sich der Talg dann wie eine schützende Schicht über die oberste Hautschicht und schützt sie vor dem Austrocknen. Vor allem in der Pubertät kurbelt der veränderte Hormonhaushalt die Talgproduktion kräftig an. Der Talgdrüsengang führt dann zu einer Überproduktion von Hornmaterial. Das Hornmaterial blockiert die Poren und der Talg kann dann nicht mehr richtig abfließen. Bakterien auf unserer Haut können sich durch das Sebum besser vermehren, da sie sich davon ernähren. Das Risiko für Entzündungen steigt.  

Durch diesen Talgstau entstehen Mitesser, sogenannte Komedone. Offene Mitesser, auch Black Heads genannt, sehen wie schwarze Punkte an der Hautoberfläche aus, da der Talg oxidiert. Geschlossene Mitesser, auch als White Heads bekannt, entstehen wie offene Mitesser, nur dass sie ummantelt sind und nicht oxidieren. Beide können schnell zu Entzündungen führen. Wenn die Entzündungen nicht gelindert werden, entstehen aus diesen Komedonen Pusteln, also Eiterbläschen und Papeln, also Knötchen. Diese Entzündungen sind die Pickel, die wir von unserer Haut kennen. Sie sehen ganz unterschiedlich aus und manche Pickel tun sogar weh.

 

Führt Stress zu Pickeln?

In stressigen Situationen werden wir nervös und fassen uns ins Gesicht. Viele fangen an zu knibbeln, sobald sie gestresst sind. Dadurch schleudern wir viele Bakterien im Gesicht umher. Manche Menschen essen mehr Süßigkeiten, rauchen oder trinken mehr Alkohol sobald sie unter Stress stehen. Auch das begünstigt Pickel. Dass Stress zu Pickeln führt ist teilweise auch physiologisch begründet, da die Haut in Stresssituationen Substanzen bildet, die Entzündungen fördern. Kurz gesagt: Ja, Stress fördert die Bildung von Pickeln, es gibt aber noch einige andere Gründe.

 

Pickel oder schon Akne?

Bis zu 80% der Jugendlichen sind von der gewöhnlichen Akne (acne vulgaris) betroffen. Meist tritt sie zum ersten Mal in der Pubertät oder kurz davor auf und bei mehr als der Hälfte der Betroffenen ist der Verlauf mild.

Je nach ihrem Schweregrad unterscheidet man verschiedene Formen der Akne. Leichte Akne, oder auch physiologische Akne liegt vor, wenn du nur wenige Pickel und Mitesser hast. Diese Akne verschwindet nach ein paar Jahren von selbst wieder und wird ganz easy mit frei verkäuflicher Kosmetik oder Hausmitteln bekämpft. Von dieser leichten Akne sind rund 60% der Jugendlichen betroffen. Die restlichen 40% leiden unter der klinischen Akne. Die Verlaufsform klinischer Akne ist chronisch und stärker. Betroffene von klinischer Akne leiden stark unter vielen Pickeln, Pusteln und Mitessern über einen längeren Zeitraum hinweg. Auch Erwachsene sind von Akne betroffen!

 

Was kann man dagegen tun?

Zuerst einmal ist eine Sache ganz wichtig: Geduld! Es dauert ungefähr zwei Monate, um zu sehen, ob eine neue Hautpflege wirkt. Veränderungen zeigen sich in der Haut oft erst nach 2 Runden der Hauterneuerung, die 28 Tage dauert. Der erste Schritt für gut gepflegte Haut ist eine gute Reinigung. Bis zu 2-mal täglich solltest du deine Haut mit milden Produkten von Schmutz und überschüssigem Talg befreien. Achte dabei auf Inhaltsstoffe, die deine Haut nicht irritieren. Verzichte auf Produkte mit Alkohol oder Duftstoffen. Salicylsäure ist ein geeigneter Inhaltsstoff für Pickel, da er tief in die Haut eindringt und Verhornungen, Talg und Hautschuppen entfernt.

 

Auch, wenn du jetzt denkst, dass du deine Haut von den lästigen Öl befreien musst, solltest du deine Haut auch nicht austrocknen. Eine leichte Feuchtigkeitspflege ist deshalb wichtig. Wenn deine Haut nicht entzündet ist, kannst du zu Peelings greifen. Fruchtsäure- und Enzympeelings helfen am besten. Die Pflege spielt für das Hautbild eine große Rolle, ganz besonders bei Pickeln im Erwachsenenalter, die man Spätakne nennt. Viele Menschen benutzen Produkte, die nicht zum Hauttyp passen, was auch zu unreiner Haut führen kann. Wenn ihr nicht sicher seid, welchen Hauttyp ihr habt, schaut euch doch gerne mal unseren Blogpost dazu an.

Generell ist es gut Produkte ohne viele Duftstoffe zu verwenden, die für Allergiker geeignet sind. Durch die milde Reinigung fließt der überschüssige Talg leichter ab und Pickel können gar nicht erst entstehen. Bei Pflegeprodukten, Cremes, Sonnenschutz und Make-up solltest du darauf achten, dass sie fettfrei sind, damit die Poren nicht verstopft werden. Besser sind Produkte auf Wasserbasis oder leichte Öle.

 

Wenn du deine Pickel versorgst, solltest du immer saubere Hände und saubere Kosmetiktücher etc. haben. Sauberkeit ist wichtig, da sonst mehr Bakterien in die Haut gelangen und neue Pickel entstehen. Deshalb wird auch vom Pickelausdrücken abgeraten!

Bei Pickeln ist es außerdem wichtig, Handtücher und Kissenbezüge häufig zu wechseln und bei mindestens 60 °C zu waschen. Bei schweren Aknefällen solltest du das Handtuch für dein Gesicht nur einmal benutzen und dann waschen, der Kopfkissenbezug kann bereits nach drei Nächten Akne fördern, weshalb auch hier zu häufigen Wechseln geraten wird. 

 

Wann muss ich wegen Pickeln zum Arzt?

Wenn auch mit viel Geduld einfach nichts helfen will, könnt ihr euch an vertrauenswürdige Hautärzt:Innen wenden. Dort können medizinische Präparate eingesetzt werden die Antibiotika enthalten. Sie wirken gegen Verhornungen und hemmen Entzündungen. Keine Sorge, auch bei einer langfristigen Anwendung entstehen keine Resistenzen! Es werden Antibiotika eingesetzt und in schweren Fällen auch niedrig dosiertes Isotretinoin, welches allerdings Risiken für Frauen im gebärfähigen Alter Gefahren birgt und einen Embryo schädigen kann. Ihr seht also: Medizinische Behandlungen bei Akne sind nichts, was man mal nebenbei entscheiden sollte. Es gibt ein paar Risiken, die in Ruhe besprochen werden müssen. Dennoch sollte sich niemand scheuen, bei starker Akne zum Arzt oder zur Ärztin zu gehen. Wichtig ist, dass ihr euch wohlfühlt und in einem Gespräch gut über alle Möglichkeiten und Risiken aufgeklärt werdet.

Brauche ich für meine Akne wirklich ärztliche Unterstützung? Viele haben Angst vor zu aggressiven Behandlungen. Aber keine Sorge! Es kann nicht schaden sich einen Rat von Expert:Innen zu holen, besonders bei starker, chronischer Akne. Dermatolog:Innen beraten persönlich und können, wenn nötig, Medikamente gegen Akne verschreiben.

 

Wie kann man Pickeln vorbeugen?

Da die Produktion von Talg und somit die Verstopfung der Poren und Entstehung von Pickeln teilweise hormonell bedingt ist, können wir das nicht unbedingt beeinflussen. Dennoch können wir auf ein paar Dinge achten, um Pickeln vorzubeugen.

 

Tipps im Alltag:

  • nicht zu viel ins Gesicht fassen: die Bakterien an den Händen sorgen für eine zusätzliche Verstopfung der Poren und können für Entzündungen sorgen
  • Immer gründlich Hände waschen vor dem Versorgen der Pickel
  • Rauchen verengt die Gefäße, sodass die Haut schlechter durchblutet wird und Pickel bildet.
  • Häufiger Kopfkissenbezüge austauschen, dort sammeln sich viele Bakterien
  • Regelmäßig Waschlappen und Handtücher wechseln
  • Auch Telefonhörer, Handy und Computertastatur sollten regelmäßig desinfiziert werden
  • Es wird vermutet, dass Milchprodukte die Pickelbildung fördern
  • Stress reduzieren
  • Make-Up Pinsel regelmäßig reinigen, da auch dadurch Schmutz und Bakterien ins Gesicht gelangen können
  • Gesunde Ernährung unterstützt die Hautgesundheit durch wichtige Vitamine
  • Viel trinken! So wird die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und geschützt
  • Zu viel Zucker begünstigt Entzündungen, wodurch unreine Haut gefördert wird

 

Hausmittel gegen Pickel?

Neben Kosmetik helfen teilweise auch Hausmittelchen gegen Pickel. Zum Beispiel Heilerde, die viele Spurenelemente und Mineralien enthält, die gegen Pickel wirken. Als Gesichtsmaske gilt Heilerde als gutes Mittel gegen lästige Pickelchen.

Teebaumöl hat eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung, die sich als Soforthilfe auf den betroffenen Stellen entfaltet. Über Nacht werden dadurch auch unterirdische Pickel bekämpft.

Kamille wirkt antiseptisch, reinigt die Poren und hilft somit gegen entzündete Pickel. Besonders als Dampfbad wirkt Kamille heilsam. Einfach frische Kamillenblüten oder Teebeutel mit heißem Wasser aufgießen und das Gesicht darüber halten. Durch den Dampf werden die Poren geöffnet und der Talg kann abfließen.

Aloe Vera ist bekannt für ihre entzündungshemmende Wirkung. Du kannst das Gel der Aloe-Vera-Pflanze pur auf betroffene Hautstellen auftragen und es hilft gegen Rötungen und eitrige Pickel.

Zahnpasta ist kein gutes Hausmittel gegen Pickel! Sie kann Mitesser und Pickel sogar noch verschlimmern und die Haut reizen.

 

Fazit

Pickel können durch unseren Hormonhaushalt oder auch Stress begünstigt werden. Wir haben nicht auf alle Ursachen von Pickeln Einfluss, aber mit ein paar Veränderungen des Lifestyles und praktischen Tipps, können wir unser Hautbild schon gut verbessern. Leichte Akne verschwindet oft von selbst wieder, aber bei starker Akne oder starker Belastung, könnt ihr euch an Hautärzt:Innen wenden. Wichtig ist, dass ihr eure Hautpflege geduldig und nicht zu verkrampft angeht. Das ist es nicht wert und ihr erreicht oft nur das Gegenteil. Auf jeden Fall solltet ihr euch nicht für eure Haut schämen, ganz egal wie sie aussieht!

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