Verpackungen und ihre Unterschiede

  

Verpackungen die erst gar nicht entstehen, sind die besten Verpackungen. Manchmal lässt sich das nur einfach nicht vermeiden.

Aber sind Plastik, Glas, Papier, Konservendosen und Tetra-Paks vielleicht doch nachhaltig? Wofür entscheiden wir uns am ehesten? Wir möchten daher etwas Licht ins Dunkle bringen. Vorweg: Es ist gar nicht leicht die „beste“ Verpackung zu bestimmen. So pauschal kann man das auch gar nicht sagen. Wir schauen uns dafür verschiedene Faktoren an: Woraus besteht die Verpackung? Wie werden Rohstoffe gewonnen? Wie schwer sind Verpackungen und wie sieht das mit dem Transport aus?

 

1. Plastik – der Klassiker

Plastikverpackungen sind überall. Dieses Verpackungsmaterial zieht sich von Großverpackungen in der Industrie bis hin in unseren Alltag, in dem wir Unmengen an Plastik vom Einkaufen mit nach Hause schleppen.

Plastik ist sehr günstig und hat (leider) viele praktische Eigenschaften, weshalb es nach wie vor viel produziert wird. Unter anderem das leichte Gewicht, die leichte Formbarkeit, die Beständigkeit gegen Elektrizität, Wärme und Wasser, aber auch die glatte Oberfläche, die sich leicht reinigen lässt. Aus diesen Gründen wird Plastik in den verschiedensten Bereichen gerne und häufig verwendet. Beispielweise schützt es sterile medizinische Produkte, wie Einwegspritzen oder Infusionsflaschen, vor äußeren Einflüssen wie Schmutz und Feuchtigkeit.

Wir wissen mittlerweile alle, dass wir mit viel zu viel Plastik leben. Wir können unsere Plastikmassen nicht mehr stemmen, der Plastikmüll im Meer wird zu einem immer größeren Problem und Mikroplastik ist bereits überall. Grund genug, damit hier ein Umdenken stattfindet.  

Wie wird Plastik hergestellt?
Plastik wird aus Erdöl gewonnen. Dieser Rohstoff wächst nicht nach. Das heißt, er ist endlich. Um Erdöl zu gewinnen, muss im Meer oder Tiefseeboden gebohrt werden. Dafür gibt es spezielle Inseln. Bei Unfällen auf diesen Inseln gelangen große Mengen Erdöl ins Meer. Die daraus entstehenden Folgen sind entsetzlich für die Natur und Tierwelt – die Fotos kennt sicherlich jeder. 

Verschiedene Plastik-Arten können miteinander gemischt werden, um für jeden Zweck das „passende Plastik“ zu haben. Leider gibt es noch keine Technologie die gemischtes Plastik unterscheiden kann, weshalb auch abbaubares Plastik verbrannt oder auf ausländischen Mülldeponien landet. Auch kann Plastik nicht beliebig häufig recycelt werden. Bereits nach dem ersten Mal wird es trüber und weniger attraktiv für Verpackungen.

Immerhin gibt es inzwischen die Möglichkeit, dass aus recycelten Plastik Taschen oder Jacken hergestellt werden können – diesem Plastik wird also ein neues Leben geschenkt.

Klartext: Das meiste Plastik landet auf Mülldeponien oder in der Verbrennung und nicht, wie erhofft, in Recyclinganlagen. Wir empfehlen daher, Plastikteile immer getrennt voneinander zu entsorgen. 

 

2. Papier – die nachhaltigste Verpackung?

Das Gute an Papier: Es wird aus Bäumen, einem nachwachsenden Rohstoff,  hergestellt. Wenn Wälder verantwortungsbewusst bewirtet werden, können Papier und Pappe auch produziert werden, ohne große Flächen zu zerstören. Eine PEFC- oder FSC-Zertifizierung garantieren eine ressourcenschonende, nachhaltige und sozialverträgliche Forstwirtschaft.

Ein echter Vorteil ist, dass Papier ziemlich gut recycelt werden kann. Die Qualität des recycelten Papiers ist gut, sodass es sich für viele Anwendungsmöglichkeiten eignet. Beispielweise  für Drucker- oder Toilettenpapier.

Papier ist leicht, was auch einen Vorteil für den Transport darstellt. Leider schützt es weniger bei Feuchtigkeit, Wasser, Schmutz und Reißfestigkeit. Jeder, der seinen Einkauf dank einer gerissenen Papiertüte schon mal vom Parkplatz sammeln musste, kennt dieses Problem. Um genauso reißfest und tragfähig zu sein wie ein vergleichbarer Plastikbeutel, müsste Papier deutlich dicker und schwerer werden.

Leider werden häufig Chemikalien eingesetzt, die für mehr Reißfestigkeit sorgen. Das wiederum erschwert das Recycling und dämpft den nachhaltigen Aspekt. Das heißt: Auch Papier ist nicht das perfekte Material, da bei der Herstellung sowie beim Prozess des Recycling viel Energie verbraucht wird. 

In manchen Bereichen sind Verpackungen aus Papier aber bereits sinnvoll. Beispielweise bei unseren plastikfreien Kosmetikprodukten! :-) Die Verpackungen können recycelt werden und sind somit eine tolle Möglichkeit, Plastik im Alltag zu reduzieren. 

 

3. Tetra Paks – Was ist das nochmal?

Wir kennen alle die praktischen Saft- und Milchverpackungen, die easy im Gelben Sack/Gelber Tonne entsorgt werden können. Aber wisst ihr auch, woraus Tetra Pak Verpackungen bestehen?

Die eine Schicht besteht aus Papier, also aus nachwachsenden Rohstoffen. Eine andere Schicht besteht aus Plastik. Hinzukommt der Deckel, der meist aus einer anderen Sorte von Plastik besteht.  

Durch diese drei Komponenten, die voneinander getrennt werden müssen, wird der Recyclingaufwand höher. Leider ist vielen auch die richtige Entsorgung im Gelben Sack/Gelber Tonne nicht bekannt, weshalb lediglich 1/3 aller Tetra Paks recycelt werden können.  

Ein Vorteil von Tetra Paks ist aber der einfache Transport durch Form und Gewicht. Dadurch wird beispielweise weniger CO2 ausgestoßen als beim Transport von Glasflaschen.

 

4. Und was ist mit Dosen?

Konserven bestehen aus Metall, richtig? Nein, so einfach ist es leider nicht. Die Dosen bestehen entweder aus Weißblech oder aus Aluminium. Für die Produktion von Aluminium wird eine große Fläche an Land zerstört und viel Wasser verseucht. Auch ist die Herstellung aufwendig und energiefressend. Wenn also auf Aluminium verzichtet werden kann, sollte das auch getan werden! Sei es bei Alufolie oder bei Deo- und Haarspraydosen.   

…und Achtung: Die Innenseite von Konservendosen besteht aus einer Schicht Plastik. Solltest du also mal auf einem Campingkocher eine Dose Ravioli erwärmt haben, ist eventuell das Plastik geschmolzen und in dein Essen gelangt. Häufig ist in dieser Plastikschicht auch der Stoff BPA (Bisphenol A) enthalten, der bei sehr fettigen Lebensmittel sogar direkt in das Essen übergehen kann. Es wird vermutet, dass BPA sich negativ auf unseren Hormonhaushalt auswirkt.

Wir müssen aber zugeben, dass sich Konservendosen gut recyclen lassen. Nichtsdestotrotz empfehlen wir beim nächsten Einkauf auf Alu-Getränkedosen zu verzichten. 

 

5. Einwegglas

Glas besteht aus Quarz, Sand, Soda und Kalk und hat die höchste Recyclingquote! Es kann viele Male hintereinander komplett recycelt werden. Einziger Nachteil: Es benötigt viel Energie.  

Glas wird gerne für die Lebensmittelbranche verwendet, weil es "lebensmittelecht" und keine Schadstoffe enthält, die auf Nahrungsmittel übertragen werden könne. Daher wirkt sich Glas nicht auf die Gesundheit des Menschen oder die Umwelt aus. Allerdings hat Glas ein stolzes Gewicht und ist daher für den Transport relativ schwer. Wenn möglich, sollte daher darauf geachtet werden, dass das Glas aus der Umgebung stammt.

Um Einweggläser nachhaltiger zu gestalten, sollten diese so häufig wie möglich wiederverwendet werden. Ihr könnt beispielweise Marmelade oder Gemüse darin einkochen. Die Gläser für den Einkauf im Unverpackt-Laden verwenden oder zur Aufbewahrung von kleinen Gegenständen wie Schrauben nutzen. Jedes Mal, wenn ihr ein Einwegglas wiederverwendet, verbessert sich die Ökobilanz dieses Verpackungsmaterials.

Was vielen unbekannt ist: Alle Gläser, die keine Berührung mit Lebensmitteln hatten, beispielweise Trinkgläser, sollten nicht im Glascontainern entsorgt werden. Auch Keramik, Spiegel, Teller etc. gehören nicht in die Container, sondern in den Restmüll. In Glascontainer gehören nur Gläser von Lebensmitteln - beispielweise Marmelade, Gemüse und Getränkeflaschen. Ist die Farbe unklar, sollte das Glas im Zweifel im Container für Grünglas geworfen werden, weil diese Sorte am meisten "Fehler" verträgt.

Manche Deckel bei Einweggläsern weisen auf der Innenseite weiße oder blaue Ränder auf. Die Deckel mit weißen Rändern enthalten häufig BPA, während die mit einem blauen Rand BPA-frei sind. Diesen Rand nennt man auch „Blue Seal“.

Die Deckel von Einweggläsern, Schraubverschlüsse oder Korken gehören nicht mit in den Altglascontainer, sondern in den Gelben Sack/Gelbe Tonne oder Restmüll.

 

6. Mehrwegglas - Achja...

Außerdem gibt es noch Mehrwegglas. Das findet häufig bei Getränkeflaschen oder Joghurtgläsern Verwendung. Diese werden gesammelt, ausgespült und an die jeweiligen Firmen verteilt, um sie neu zu befüllen. Dieser Kreislauf findet bis zu 50-mal statt, besonders häufig bei Getränkeflaschen. Bei bis zu 600 km Transportweg ist Mehrwegglas trotzdem ökologischer als Tetra Pak oder Einwegglas. Mehrwegglas aus der Nähe, das lokal abgefüllt wurde, ist auf jeden Fall eine sehr gute Verpackungsmöglichkeit.

Neben Mehrwegglas gibt es bei Getränken auch die Mehrwegplastikflaschen. Diese sind aus recht stabilen Material. Kaum zu glauben, aber diese PET-Flaschen haben eine relativ gute Ökobilanz, da sie bis zu 20-mal wiederverwendet werden können. Glasflaschen zwar bis zu 50-mal, dafür sind Plastikflaschen aber um einiges leichter. 

Hierbei sollte allerdings auch der gesundheitliche Aspekt betrachtet werden. Sind Plastikflasche zu lange der Sonne ausgesetzt, setzen sich Schadstoffe direkt im Getränk ab.  

 

 

Ganz schön viele Fakten, oder? Wie ihr seht, sollten nicht nur die Recycling- und Entsorgungsmöglichkeiten beachtet werden, sondern auch Hygiene sowie Transport und Energie bei der Herstellung.

Wenn eine Verpackung unausweichlich ist, dann vielleicht im Mehrwegglas? Auch Papier oder Einweggläser sind gute, nachhaltige Optionen. Plastik sollte möglichst ganz vermieden werden - you know! Auch Aluminium wird unter schlechten Bedingungen hergestellt und kann gesundheitsschädigend sein.

Verpackungen die erst gar nicht entstehen, sind die besten Verpackungen.  

 

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