Plastikabfälle durch Toiletten- und Küchenpapier

 

Es gibt Dinge im Leben, die wir als selbstverständlich ansehen, bis sie eines Tages nicht mehr da sind. So ging es im Jahr 2020 vermutlich den allermeisten mit Toilettenpapier. Leere Regale, Regelungen wie „Nur 2 Packungen pro Haushalt“, Drängeleien bei neuen Lieferungen. Die Bilder von Menschen im Supermarkt, die sich um das neue „Weiße Gold“ rangelten, waren erschreckend. Die, die nicht mit Körpereinsatz bei der Toilettenpapierbeschaffung dabei waren, fragten sich häufig: „Wie viel Toilettenpapier kann ein Mensch verbrauchen?“.

 

  • Im März 2020 wurde die Steigerung des Toilettenpapierumsatzes zum Vorjahr auf über 30 Prozent geschätzt.
  • Auch ohne Hamsterkäufe während einer Pandemie sind die Deutschen Vizeweltmeister im Verbrauch. Im Jahr 2018 wurde der jährliche Verbrauch von Toilettenpapier in Deutschland auf ca. 134 Rollen pro Kopf geschätzt.
  • Geht man durchschnittlich von 200 Blatt pro Rolle aus, ergibt das einen Verbrauch von über 26.800 Blatt im Jahr, pro Kopf.

 

Sicherlich kennt ihr alle das 4-lagige, strahlend weiße, weiche und mit Duftstoffen zugesetzte Toilettenpapier aus dem Regal. Üblicherweise in 8er oder 10er-Packungen und mit Plastik umhüllt.
Wusstet ihr, dass für diese Toilettenpapierrollen Bäume gefällt, Bleichmittel eingesetzt und Plastikhüllen hergestellt werden? Auch verursacht das "Weiße Gold" riesige Mengen Plastikmüll durch seine Plastikverpackungen, auch Kahlschläge auf Plantagen gehören zum Standard sowie der Verbrauch von Unmengen Liter Wasser für die Produktion.

 

Wusstest du schon, dass...

...seit den 50er Jahren weltweit mehr als 8 Milliarden Tonnen Plastik produziert, aber bisher nicht einmal 10 Prozent davon recycelt wurden? Um die steigenden Müllmengen zu minimieren, gibt es einfache Lösungen.

 

Toilettenpapierrollen können beispielsweise prima in Unverpacktläden gekauft werden. Die Läden bieten die Möglichkeiten Toilettenpapierrollen einzeln oder in größeren Mengen im Karton zu kaufen. Die Rollen bestehen aus recyceltem Papier und nicht aus Frischfasern. Das bedeutet: Für recyceltes Toilettenpapier wird einfach Papier verwendet, welches es eh schon gibt: Altpapier. Tippitoppi - denn neue Bäume müssen dafür nicht extra gefällt werden. 


Blauer Engel

Eine 1 mit Sternchen gibt es für alle, die selbst bei Recyclingpapier noch auf die Zertifizierung des Blauen Engels achten. Warum? Ganz einfach: Das Umweltzeichen steht für hohe Standards zum Schutz unserer Umwelt und Gesundheit - unabhängig und glaubwürdig. 

Regional hergestelltes und recyceltes Papier ist wohl die nachhaltigste Möglichkeit dem Plastikwahn beim kleinen und großen Geschäft zu entgehen. Doch nicht jeder kann sich mit Recyclingpapier im Bad anfreunden. Für diejenigen gibt es ebenfalls eine nachhaltigere Variante zu herkömmlichem Toilettenpapier: Smooth Panda stellt ‚Popapier‘ aus Bambus her.


Das größte Gras der Welt

  • In der Pflanzensystematik zählt Bambus zu den Gräsern und nicht zu den Bäumen.
  • Riesenbambus kann bis zu 70 Centimeter pro Tag wachsen.
  • Riesenbambus entwickelt die robustesten Grashalme und kann bis zu 40 Meter hoch werden.

Für das Bambuspapier werden, wie bei herkömmlichem Toilettenpapier auch, Frischfasern verwendet. Der Unterschied liegt darin, dass Bambus nicht gefällt werden muss, sondern lediglich geerntet. Bambus stirbt nach dem Schlagen nicht ab, sondern bringt neue Triebe hervor. Bereits drei Jahre nach dem Einpflanzen kann Bambus zum ersten Mal geerntet werden. Auch der Zellstoffgehalt ist beim Bambus höher als bei Bäumen. Durch das schnelle Wachstum wird der Einsatz von Pestiziden und Düngern überflüssig. Auch auf die üblichen Bleichmittel wird bei Smooth Panda verzichtet. Das Papier wird in recyceltem Papier verpackt oder kann einzeln bzw. in großen Versandkartons geliefert werden.



Entsorgung

Wusstet ihr, dass...
benutzte Taschentücher und Küchentücher in der Regel nicht mehr recycelt werden können und daher im Restmüll entsorgt werden müssen?


Feuchte Tücher

Viele bevorzugen die Benutzung von feuchtem Toilettenpapier. Da dies reißfest und ein sauberes und frisches Gefühl verleiht. Das Gefühl und der frische Duft sind meist die Folge von Parabenen, Tensiden oder Duftstoffen. Yeah!

Feuchttücher sind besonders reißfest, da sie meist aus einem Vliesstoff bestehen. Diese Vliestücher können allerdings in Abwasserrohren oder auf dem Weg zu Kläranlagen zu Verstopfungen führen. Die Folge: Kaputte Rohre & Pumpen. Feuchttücher sollten aus diesem Grund ebenfalls im Restmüll entsorgt werden.


DIY: Selbstgemachte Feuchttücher

  • eine verschließbare Dose (am besten Edelstahl)
  • 1 EL Kokosöl, Olivenöl oder Babyöl
  • 250 ml abgekochtes Wasser
  • Recyceltes Küchenpapier
  1. Küchenpapier zurechtschneiden, abrollen und so falten, dass sie später aus der Dose herausgezogen werden können
  2. Abgekochtes Wasser und Öl verrühren und zu den Tüchern in die Dose geben
  3. Ein paar Stunden ziehen lassen

Tipp: Nur die Menge an Tüchern herstellen, die ihr in einer Woche verbrauchen könnt. Die Haltbarkeit ist nämlich zeitlich auf eine Woche beschränkt.

Papier lässt sich auch dank eines Bidets einsparen. Für alle, die keins haben oder das Bad nicht renovieren können, gibt es die Möglichkeit einer Po-Dusche, wie z.B. von Happypo. Die Dusche ist zwar aus Kunststoff, dafür aber langlebig und verspricht eine Reduzierung des Toilettenpapiers von mindestens 50 Prozent.

Umstieg nicht nur im Badezimmer nötig

Frischfaser und Plastikhüllen lassen sich nicht nur im Badezimmer einsparen. Pro Kopf verbrauchen die Deutschen ca. 19 Kilo Toilettenpapier, Papiertaschentüchern, Küchenpapier und Papierservietten im Jahr.

  • Im Vergleich zum Jahr 2004: ein Anstieg von mehr als 40 Prozent
  • Mehr als 40 Prozent der Frischfasern für den deutschen Markt stammen aus Südamerika

Dabei lassen sich die Frischfaser auch hier ganz einfach einsparen. Smooth Panda z.B. bietet neben ‚Popapier‘ auch ‚Nasentücher‘ und ‚Küchenpapier‘ aus Bambus an.
Pandoo bietet zudem waschbare Bambustücher als Küchenpapieralternative an. Diese Tücher können bis zu 60 Rollen Küchenpapier ersetzen. Küchenpapier und Taschentücher gibt es wie Toilettenpapier ebenfalls aus Altpapier und mit dem Blauen Engel zertifiziert. Am nachhaltigsten sind die wiederverwendbaren Varianten aus Stoff. Denn Flecken, die in der Küche entstehen, lassen sich ohne Mühe mit trockenen oder nassen Küchentüchern und wiederverwendbaren Lappen wegwischen.

 

Unser Tipp

Ihr habt keine Chance Toilettenpapier und Küchenrolle unverpackt zu kaufen? Dann nutzt die Plastiktüten doch anschließend als Mülltüten. Win, Win – Situation!


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