Stay hydrated! Aber aus dem Rohr, statt aus der Flasche

Veröffentlicht von Carola Areschin am

 

Stell dir vor: Corona ist vorbei, du darfst dich endlich wieder mit deinen Freunden im Park treffen. 36°C im Schatten und ihr spielt zusammen Frisbee. Völlig dehydriert greift ihr zur Flasche. Ist es Mineralwasser oder die nachhaltigere Variante Leitungswasser?

 

Zahlen und Fakten

  • 1,9 Millionen Einweg-Plastikflaschen werden stündlich in Deutschland verbraucht
  • Pro Kopf werden jährlich ca. 200 Einweg-Plastikflaschen verbraucht
  • Das entspricht 16,6 Milliarden Plastikflaschen im Jahr allein in Deutschland
  • Übereinandergestellt reicht die Menge beinahe 15 Mal von der Erde bis zum Mond
  • Einweg-Plastikflaschen sind das dominierende Packmittel bei Getränken

Der Großteil der Einweg-Plastikflaschen wird immer noch aus Neumaterial und nicht aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Für die Herstellung werden 480.000 Tonnen Rohöl verwendet. Dazu kommen dann noch die Emissionen, die durch den langen Transport der Plastikflaschen entstehen. Wasser aus Flaschen verursachen 90 bis 1.000 Mal mehr Umweltbelastungen als Wasser aus der Leitung.

Das Trinken von Leitungswasser aus Mehrwegflaschen, wie beispielsweise aus Metall- oder Glasflaschen, verringert die Ressourcennutzung und schont somit die Umwelt und auch den Geldbeutel. Denn das abgefüllte Wasser in Einweg- oder Mehrwegflaschen ist um ein Vielfaches teurer als das Wasser aus der Leitung.

Günstigstes stilles Mineralwasser aus dem Supermarkt: 13 Cent/Liter
Leitungswasser: 0,2 Cent/Liter
Das bedeutet: Flaschenwasser ist ca. 65-mal teurer als Leitungswasser! Unglaublich, oder?


Weitere Gründe, die für Leitungswasser sprechen:

1. Schadstoffe:

Viele Menschen bevorzugen es Wasser aus Flaschen zu trinken, weil sie Bedenken vor verunreinigtem Leitungswasser haben. Was aber häufig völlig unbekannt ist, dass die Richtlinien der deutschen Trinkwasserverordnung strenger reguliert, als die für Mineralwasser sind. Für mikrobiologische, chemische und physikalische Parameter wurden Grenzwerte festgelegt, die den Richtlinien der WHO folgen. Mineralwasser wird auf weniger Schadstoffe geprüft als Leitungswasser.

 

2. Abwasser:

Der Mythos, dass Leitungswasser nur aus gereinigtem Abwasser besteht, hält sich hartnäckig. Dabei stammt das Leitungswasser zu 64 Prozent aus dem Grundwasser, 27 Prozent aus Oberflächenwasser und zu 9 Prozent aus Quellwasser. Bevor dieses Wasser jedoch als Trinkwasser bei uns zur Verfügung steht, wird es zuerst durch verschiedene Verfahren aufbereitet. Nur unter gewissen Umständen kann es der Fall sein, dass Abwasser gereinigt und mit Chlor desinfiziert wird und zur Trinkwasseraufbereitung genutzt wird.


3. Mineralien:

Sicher kennst du auch Mineralwasser, die besonders reichhaltig an wertvollen Mineralien zu sein scheinen, zumindest werben sie damit. Allerdings kann der menschliche Körper gar nicht alle Mineralien aus dem Wasser in den Organismus aufnehmen. Die Mineralienversorgung wird in Europa größtenteils durch die Ernährung gedeckt (Kartoffeln, Salat, Spinat etc.).


4. Mikroplastik durch Plastikflaschen:

PET-Flaschen werden unter hohem Energieaufwand auf Erdölbasis hergestellt. Sie stehen immer wieder unter Verdacht schädliche Substanze, wie hormonähnliche Stoffe und Weichmacher, in das Wasser abzugeben.

 

5. Einfach bequemer:

Geht es bequemer als das Trinken direkt aus der Leitung zu bekommen? Eigentlich nicht, oder? Schluss mit Kistenschleppen, roten Händen und Stöhnen in oberen Stockwerken. Auch lästiges Pfandflaschen wegbringen fällt weg.

 

Leitungswasser - brauche ich einen Filter?

Die Verbraucherzentrale rät von einem Wasserfilter aus hygienischen Gründen eher ab. Liegt der Filter zu lange im Wasser, kann das Trinkwasser verderblich werden und schneller verkeimen. Solltest du dennoch einen Tischfilter verwenden wollen, dann befolge die Bedienungsanleitung und tausche die Kartusche und den Filter regelmäßig aus. Der Tischwasserfilter sollte gegen Verkeimung auch im Kühlschrank aufbewahrt werden.

 

Unser Fazit:

Wir in Deutschland bekommen hochwertiges Wasser direkt aus der Leitung – was ein Luxus! Warum nicht viel häufiger nutzen? Daher unser Tipp: Um das Klima, die Umwelt und den Gelbeutel zu schützen, öfter mal zur Mehrwegflasche im Schrank greifen und diese mit Leitungswasser füllen. Zitronen- Gurken- und Orangenscheiben, Blaubeeren, Minzblätter und Rosmarinzweige, sorgen für den perfekten Kick! Wer es sprudelig mag, kann ja mal tolle Wassersprudel-Möglichkeiten testen.

Na, auch überzeugt?


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