Alternative Bioplastik?

Veröffentlicht von Carola Areschin am

 

Habt ihr auch schon von den Begriffen Bioplastik oder Biokunststoff gehört? Alleine weil das Wort Bio sich dort wiederfindet, wird es oft als nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Plastik verstanden. Doch ist dem wirklich so?

Bioplastik klingt erstmal gut, man könnte meinen, es sei aus Rohstoffen der biologischen Landwirtschaft erzeugt. Das ist allerdings meistens nicht der Fall. Denn Bioplastik besteht aus Rohstoffen der industriellen Landwirtschaft oder aus Petrochemie (chemische Produktion auf Erdölbasis). Biokunststoff, so mag man vielleicht denken, ist auch kein einzelnes Material, sondern eine ganze Familie voller Materialien.

Bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wurden Kunststoffe fast ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Erst seit Ende des Zweiten Weltkrieges werden als Rohstoffquellen üblicherweise fossile, nicht erneuerbare Ressourcen, wie Erdöl oder Erdgas genutzt.

Es wird erwartet, dass die weltweite Produktion von Biokunststoffen von 2,1 Mio. Tonnen (2018) auf 2,6 Mio. Tonnen (2023) ansteigen wird.

  

Bioplastik, was ist das genau?

Der Sammelbegriff Bioplastik meint Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Mais, Zuckerrübe) oder aus biologisch abbaubaren Kunststoffen (z.B. abbaubarer Polyester) bestehen.

  • Nachwachsende Rohstoffe 
    Findet ihr nicht auch, dass bei dem Begriff "nachwachsende Rohstoffe" die Illusion mitschwingt, hier handle es sich um unbegrenzt vorhandene Ressourcen? Das ist aber leider ein Irrtum. Denn die Erzeugung pflanzlicher Rohstoffe braucht Böden, Dünger und häufig Pestizide.
  • Biologisch abbaubare Kunststoffe

    Unter bestimmten Bedingungen, kann sich das Bioplastik selbst zersetzen. Abhängig von Ort, Temperatur und Material.
    Nicht für den hauseigenen Komposthaufen geeignet! ;-)

 

Vorteile und Nachteile

Vorteil: Die Herstellung und auch die Entsorgung sparen CO2. Außerdem sind sie genauso stabil und haltbar wie herkömmlicher Kunststoff.

Nachteil: Die lange Haltbarkeit hat aber auch eine immense Kehrseite – sie sind für die Meere und die Umwelt genauso schädlich wie andere Kunststoffe auch. Der Anbau der Rohstoffe ist aufwändig und energieintensiv. Aus Umweltsicht gibt es derzeit leider auch noch keine geeignete Entsorgungslösung, da Bioplastik oft nicht von herkömmlichem Plastik unterschieden werden kann und daher bereits noch vor der Kompostierung mit anderen "Störstoffen" aussortiert wird.

 

  

 

Hat Biokunststoff eine Zukunft?

Noch ist Biokunststoff mit unter 1% ein Nischenprodukt. Die Schreie nach neuen und besseren Materialien werden jedoch immer lauter. Momentan liegen die Herstellungskosten der Biokunststoffe deutlich über denen herkömmlicher Kunststoffe. Daher hat dieser nur eine Zukunft, wenn er billig herstellbar ist und die Produktion mit wenig Energie und Wasser auskommt sowie der Anbau der Rohstoffe für Bioplastik nicht mit dem Anbau von Nahrungsmitteln konkurriert.

 

Merke: Biokunststoffe sind biobasiert, biologisch abbaubar oder beides zugleich.

Fest steht jedenfalls, dass Einwegplastik, egal aus welchem Material, unsere Wegwerfkultur fördert und hier ein Umdenken nötig ist! Denn die Vorstellung, wir könnten Bioplastik einfach wegwerfen, weil es schneller verrottet, ist leider nicht richtig. Wir finden, dass Abfallvermeidung und Umweltschutz mit der Vermeidung unnötiger Produkte und Verpackungen beginnt. Daher sind Einwegprodukte aus Bioplastik auch keine nachhaltige Alternative. Für hochwertige, langlebige Anwendungsbereiche, bei denen der Einsatz von Plastik sinnvoll ist, kann Bioplastik eine gute Alternative sein. Ansonsten gilt: "Abfall der erst gar nicht entsteht, ist der beste Abfall!“ 

 

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