Frische Wäsche, aber bitte ohne Plastik

 

Fühlt ihr euch vor dem Waschmittelregal auch so erdrückt? Waschmittel für alle möglichen Textilen: Weißes, Buntes, Schwarzes, Flüssiges, Festes, Feinwaschmittel, Vollwaschmittel, Weichspüler usw...
So lang wie die Waschmittelliste ist, ist auch die Liste mit Inhaltsstoffen. 

Etliche konventionelle Waschmittel enthalten Enzyme, Tenside auf Erdöl-Basis, optische Aufheller und künstliche Duft- und Zusatzstoffe. Die meisten davon belasten unser Abwasser.

  • Ökotest hat in 40 Prozent der getesteten Waschmittel Mikroplastik nachgewiesen

Dazu kommt, dass es die meisten Waschmittel nur in Plastikverpackungen zu kaufen gibt. Durch den Waschgang gelangt das Mikroplastik ins Abwasser.

Dabei stammen die Mikroplastikpartikel nicht allein vom Waschmittel, sondern auch von unserer Kleidung. Aus Kleidung mit synthetischen Fasern, die aus Kunststoff gefertigt werden. Eine britische Universität in Plymouth fand heraus, dass bei einer durchschnittlichen Wäsche bis zu:

  • 138.000 Fasern aus Polyester-Baumwoll-Mischgewebe
  • 496.000 Fasern aus reinem Polyester und
  • 730.000 Fasern aus Acryl-Gewebe

ins Wasser abgegeben werden, weil die Waschmaschinen das Mikroplastik nicht aus dem Wasser filtern können. Die meisten Kläranlagen können auch nicht alle herausfiltern. Dadurch gelangen viele Mikroplastikpartikel durch das Abwasser in offene Gewässer und dadurch in die Meere. Ein Teil der Kunststoffpartikel landet im Klärschlamm. Wird dieser dann auf Felder gekippt, gelangt der Kunststoff auch in die Böden.

 

Darum ist der Schonwaschgang alles andere als schonend!

Für Feinwäsche bieten Waschmaschinen einen Schonwaschgang an der besonders schonend zu Textilien ist. Die University of Plymouth fand jedoch heraus, dass sich im Schonwaschgang besonders viele Mikroplastikfasern aus der Kleidung lösen. Denn bei diesem Waschgang ist die Wassermenge wesentlich größer und spült somit mehr Fasern heraus. Auch Kleidung, der Weichspüler beigesetzt wurde, tendieren dazu mehr Fasern zu verlieren.

Um die synthetischen Fasern zu filtern und aufzufangen, gibt es von Guppyfriend einen Waschbeutel. Dieser verhindert, dass die Fasern ins Abwasser gelangen, indem er sie einfach auffängt. Diese sammeln sich in den Ecken des Beutels und können easy im Restmüll entsorgt werden. Wichtig: Den Beutel nicht auswaschen! 

 

Was können wir noch tun?

Statt Kleidung und Textilien aus synthetischen Fasern zu kaufen, können wir auf Kleidung mit Naturfasern zurückgreifen. Auch beim Wäschewaschen gibt es Möglichkeiten, die Umwelt vor Mikroplastik zu verschonen.

Wie wäre es denn zum Beispiel mit ökologischem und selbst hergestelltem Waschpulver?

 

Für Koch- und Buntwäsche:

  • 200g Kernseife (ohne Palmöl und tierische Fette, z.B. aus dem Bioladen)
  • 300g Waschsoda-Pulver
  • 300g Natron
  • Ein verschleißbares Gefäß (z.B. ein Einmachglas)

So geht`s:

Einfach das Soda und Natron in das Gefäß geben, die Kernseife fein aufreiben. Nach Belieben mit einem natürlichen Duftöl verfeinern. Das Gefäß schließen und alles gut durchschütteln. Pro Waschgang ca. einen gehäuften Esslöffel verwenden.

Für Weißwäsche:

  • Lediglich 300g Zitronensäure dazu geben

 

Wäschewaschen mit Kastanien:

Im Herbst kannst du vom Baum gefallene Kastanien aufsammeln und daraus eigenes Waschmittel herstellen. Rosskastanien enthalten nämlich natürlich vorkommende, pflanzliche Tenside. In Verbindung mit Wasser bilden Saponine Schaum und waschaktiv. Da in dem Waschmittel aus Kastanien keine Duftstoffe enthalten sind, eignet es sich auch sehr gut für Allergiker.

So geht`s: 

Du benötigst lediglich 8-10 Kastanien. Wasche sie vorsichtshalber ab. Mit einem Messer zerkleinerst du die Kastanien. Gib die Kastanien mit etwa 300ml Wasser in ein Glas und lasse sie gut durchziehen, bis die Flüssigkeit milchig wird. Nach der Einwirkzeit kannst du das schaumige Wasser abgießen und zu deiner Wäsche dazu geben.

 

Wäschewaschen mit Efeu:

Da du Kastanien jedoch nicht das ganze Jahr über sammeln kannst, gibt es auch die Alternative deine Wäsche mit Efeu zu waschen, da dies auch einen hohen Saponingehalt hat.

So geht`s:

Nimm einfach eine Hand voll Efeublätter und 300ml Wasser. Die Blätter zerkleinerst du und übergießt sie mit kochendem Wasser in einem luftdicht verschließbaren Glas. Danach nur noch schließen und ziehen lassen.


Keine Zeit, keine Lust?

Glücklicherweise gibt es auch Waschmittel ohne Plastikverpackung und ohne Mikroplastik. Everdrop hat beispielsweise Waschmittel hergestellt, welches vegan und komplett frei von Mikroplastik ist.

Ökologische Waschmittel werden in der Regel aus natürlichen Rohstoffen hergestellt. Das Sortiment der nachhaltig-ökologischen Waschmitteln ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, aber auch hier sollte die Augen offen bleiben:

  • Umweltfreundlich angepriesen kann auch bedeuten, dass nur die Verpackung nachhaltig ist
  • „Bio“ kann trotzdem bedeuten, dass sie synthetische und damit potentiell schädliche Stoffe enthalten

Tipp: Halte Ausschau nach diesen Siegeln und Prüfzeichen: „Sustainable Cleaning“, das „Europäische Umweltzeichen“ oder der „Blaue Engel“.

 

Unser Fazit:

Umweltbewusst Wäschewaschen muss nicht schwierig sein. Den Schonwaschgang wegzulassen, spart Ressourcen und auch Geld. Beim Waschmittel einfach auf die richtigen Siegel achten oder das Waschmittel mal ganz schnell selbst machen. So weißt du auch immer ganz genau was drin ist.

 

Wenn Du direkt über die neuesten Blogbeiträge informiert werden möchtest, dann folg uns gerne auf Instagram! :-)

 

 

 

Das könnte dich auch interessieren:

Stay hydrated! Aber aus dem Rohr, statt aus der Flasche

Stell dir vor: Corona ist vorbei, du darfst dich endlich wieder mit deinen Freunden im Park treffen. 36°C im Schatten und ihr spielt zusammen Frisbee. Völlig dehydriert greift ihr zur Flasche. Ist es Mineralwasser oder die nachhaltigere Variante Leitungswasser?

Verpackungen und ihre Unterschiede

Verpackungen die erst gar nicht entstehen, sind die besten Verpackungen. Manchmal lässt sich das nur einfach nicht vermeiden.
Aber sind Plastik, Glas, Papier, Konservendosen und Tetra-Paks vielleicht doch nachhaltig? Wofür entscheiden wir uns am ehesten? Wir möchten etwas Licht ins Dunkle bringen.

Die größten Stromfresser und Stromirrtümer

Weißt du, wo sich in deinem Haushalt Stromfresser verstecken? Was sind klassische Stromirrtümer und wie sieht es eigentlich mit Batterien aus? Das erfährst du in diesem Blogpost.


Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen

Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von Google.


You may also like

Alle anzeigen
Example blog post
Example blog post
Example blog post