Was ist eigentlich Yoga-Sutra?

Veröffentlicht von Katharina Weber am

„Yoga ist, wenn die Bewegungen des Geistes zur Ruhe kommen.“ (Patanjalis Yoga Sutra 1.2.)

Grundgedanke des Yoga ist, Körper, Geist und Seele durch Meditation, Konzentration, Atmung und Bewegung zu vereinen. Der Begriff Yoga beruht auf dem indogermanischen Wort „Yuj“, was so viel bedeutet wie „Anschirren eines Zugtieres an einen Wagen“. Der Wagen steht für den menschlichen Körper, das Zugtier für Geist und Seele. Diese müssen gezähmt werden, damit sie den Wagen ziehen können. Yoga ebnet den Weg zur Harmonie von Körper, Geist und Seele.

Yoga ist also nicht unbedingt Sport, sondern viel mehr ein Übungsweg.  Diesen können wir uns wie eine Leiter vorstellen. Diese Leiter besteht aus acht Stufen. Den sogenannten achtstufigen Yoga-Pfad findet man in einer Sammlung von Schriften, den Yoga-Sutras. Niedergeschrieben wurde er vor ca. 2000 Jahren von einem indischen Weisen, Patanjali. Der Pfad besteht aus einer Reihe konkreter, praktischer und lebensnaher Vorgehens- und Verhaltensreihen, die aufeinander aufbauen und sich ergänzen. Sie bilden am Ende eine Einheit und müssen daher als Ganzes betrachtet werden.

1. Yama

Die erste Disziplin lehrt über das Verhalten Anderen gegenüber. Sie beinhaltet fünf Punkte: Gewaltverzicht (Ahimsa), Wahrhaftigkeit (Satya), nicht stehlen (Asteya), verantwortlicher Umgang mit der Sexualität (Brahmacharya) und Freisein von Gier (Aparigraha).

2. Niyama

In der zweiten Disziplin geht es um die Auseinandersetzung mit sich selbst. Sie lehrt geistige und körperliche Reinheit, Zufriedenheit, Begeisterung, Selbststudium und Hingabe an ein Ideal.

3. Asanas

In einer Asana sind Körper und Geist im Einklang, leicht (sukha) und stabil (sthira) in gleichen Anteilen. „Sthira Sukham Asanam“  beschreibt ein Wechselspiel der Polaritäten und im übertragenen Sinn heißt es, dass die Körperhaltung immer stabil und angenehm sein sollte.

4. Pranayama

Diese Disziplin lehrt die bewusste Verbindung von Atem und Geist. Der Geist beeinflusst den Atem und umgekehrt. Deshalb müssen wir unseren Atem kontrollieren. Wenn wir ruhig atmen, dann kommt auch unser Geist zur Ruhe.

5. Pratayahara

Die fünfte Disziplin lehrt das Zurückziehen der Sinne. Man sollte sich nicht von anderen Objekten beeinflussen und ablenken lassen. Man reagiert also nicht auf äußere Reize, der Geist wird nicht mehr von außen genährt. Die Sinne ruhen und richten sich auf das Innere, die Aufmerksamkeit ist auf die eigene Person gelenkt.

6. Dharana

Hier geht es um die Ausrichtung auf einen Punkt oder eine Richtung. Man spricht auch von einer „Ein-Punkt-Konzentration“, bei der wir uns bewusst mit einem Betrachtungsgegenstand verbinden. Das bewirkt, dass wir unseren Geist zur Ruhe bringen, indem wir an einem Gedanken festhalten. Der Geist wird gehalten und kann somit nicht „wild durch die Gegend springen“ (Affengeist).

7. Dhyana

In diesem Zustand kommen die Aktivitäten des Geistes gänzlich zur Ruhe. Man spricht von Versenkung, Nachdenken, Konzentration oder eben Meditation. Dabei kommst du in einen „Flow“, der Geist nimmt die Form dessen an, worauf man sich konzentriert.

8. Samadhi

In der achten und somit letzten Disziplin geht es ums Einssein – dem Zustand der absoluten Glückseligkeit und der reinen Erkenntnis. Dies ist das höchste Ziel im Yoga. Das Bewusstsein löst sich vom „Ich“ und es entsteht ein Gefühl der Einheit mit allem.

 

Yoga lehrt uns, Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen, die Stress erzeugen. Es ist ein Erkenntnisweg. Sein Ziel: Immer mehr wir selbst zu werden, mit uns selbst in Kontakt zu kommen, auf die Signale des Körpers zu hören und achtsamer zu werden.

 

 

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