Plastikpost im Briefkasten

Veröffentlicht von Carola Areschin am

 

Jeder freut sich über Geschenke. Allerdings nicht, wenn sie unerwünscht den Briefkasten "zumüllen". Seit 2003 landen jeden Samstag in 14 - 20 Millionen deutschen Haushalten Werbeprospekte als nicht adressierte Postwurfsendungen. Viele der Werbesendungen sind in Plastikfolie umhüllt. Die hierbei entstehende Menge an Müll ist unfassbar hoch: 

Nehmen wir an, dass die Plastik-Umhüllung ca. 3 g wiegt und die wöchentliche Auflage bei 14 Millionen liegen. Dann entstehen jedes Jahr 2.226 Tonnen Plastikmüll. Nicht zu vernachlässigen ist das Papier was für die Prospekte verwendet wird. Die entstehenden Emissionen und das verbrauchte Wasser für die Produktion und Auslieferung kommen noch obendrauf.

 

„Sie haben Post!“

  • 85 bis 90 Prozent der Wurfsendungen landen ungelesen im Müll
  • Jeder Haushalt in etwa 33 kg Werbepost im Jahr bekommt?

 

Klage gegen die Post

Vor einigen Jahren wollte ein Rechtsanwalt aus Lüneburg „Einkaufaktuell“ von der Deutschen Post nicht mehr erhalten und entschied sich letztlich die Deutsche Post zu verklagen. Mehrmals teilte er ihr schriftlich mit, dass die Zustellung zu unterlassen sei. Die Post schmiss allerdings weiterhin die Werbung in seinen Briefkasten. Er ging vor Gericht und gewann. Seitdem ist rechtskräftig, dass Postwurfsendungen, die gegen den ausdrücklichen Willen der Empfänger eingeworfen werden, als unzumutbare Belästigung gelten. Sie stellen einen Eingriff in das Recht der informationellen Selbstbestimmung dar. 

  • Unadressierte Briefkastenwerbung verursacht 1,32 Millionen Tonnen Müll jedes Jahr. Das entspricht ca. 6,6 Prozent des bundesweiten Papierverbrauchs.

 

Ich will auch keine Postwurfsendung mehr

Wer auf Werbung verzichten und Ressourcen einsparen möchte, sollte einen  "Bitte keine Werbung"-Aufkleber gut sichtbar am Briefkasten anbringen. Alternativ könnt ihr euch bei dem Deutschen Dialog Marketingverband in eine Liste eintragen lassen oder beispielswese gegen Einkaufaktuell direkt einen Widerspruch mit Hilfe der Initiative „Stoppt Plastikpost“ einreichen. Ein einfacher Aufkleber sollte aber auch ausreichend sein. Solltet ihr dennoch nervige unadressierte Werbung erhalten, könnt ihr dies dokumentieren und Beschwerde einreichen. Die Initiative „Letzte Werbung unterstützt euch hierbei.

 

Amsterdam als Vorbild

Seit 2018 gibt es in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam ein „Opt-in“-Verfahren. Hierbei wird die Option mit dem Sticker auf den Briefkästen umgekehrt. Wer mit einem Aufkleber kennzeichnet, dass er unadressierte Werbung erhalten möchte, bekommt die Postwurfsendungen. Alle anderen, ohne Sticker, werden verschont. Die Stadt Amsterdam rechnet mit einer Einsparung von 6000 Bäumen und 34 Kilogramm Müll pro Haushalt. „Letzte Werbung“ strebt ein Opt-in-Verfahren auch in Deutschland an.

 
Unser Fazit: 

Wer nicht auf Angebote der kommenden Woche verzichten und diese vorab einsehen mlchte, kann die auch super online erledigen oder sich mit Nachbarn die Werbeprospekte teilen. Wer keine Werbung wünscht und Ressourcen einsparen möchte, kann sich einen "Bitte keine Werbung"-Aufkleber auch selber drucken und muss diesen nicht kaufen.

 

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