Ist das schon Mehrweg oder muss das weg?

Veröffentlicht von Carola Areschin am

Verbot von Einwegplastik

Egal ob Kaffee, Salat oder ein Burger. Wer unterwegs den kleinen Hunger oder Durst stillen wollte, der kam an Verpackungsmüll, Rührstäbchen und Plastiktrinkhalmen kaum vorbei. Das ist zwar bequem, aber dadurch steigen die Müllberge auch rasant an. Dem wurde am Samstag, den 3. Juli 2021 aber endlich und offiziell der Kampf angesagt. 

An dem besagten Tag sind zwei neue Gesetze in Kraft getreten, die dem Plastikmüll ein Ende setzen sollen:

1. Die Einwegkunststoff-Verordnung und die
2. Einwegkunststoff-Kennzeichnungsverordnung.

Das bedeutet: To-Go-Becher*, Einweggeschirr und -besteck, Fast-Food-Verpackungen*, Trinkhalme, Rühr- und Wattestäbchen sowie Luftballonhalter dürfen nicht mehr hergestellt werden. Auch Wegwerfbesteck und -geschirr aus biologisch abbaubarem Kunststoff ist verboten. Der Verkauf von Restbeständen ist jedoch noch erlaubt, somit wird verhindert, dass noch gute Ware sinnlos vernichtet wird.

 *aus Styropor

 

 

Was ist das Problem?

Plastikverpackungen und Müll im allgemeinen, landen nur im Idealfall im Mülleimer. Viel öfter befindet sich Müll überall im Park, am Strand oder auf der Straße… eigentlich überall. Dadurch werden jährlich mehrere Millionen Tonnen Plastik in die Meere geschwemmt.
Dort wird Plastik zu kleinsten Plastikteilen gerieben. Der Müll ist die Ursache für die qualvollen Tode vieler Meereslebewese und gefährdet den natürlichen Lebensraum von Mensch, Umwelt und Tier.

Ein weiteres Plastik-Problem ist der schnell wachsende Anstieg an Einweg-Verpackungsabfällen. Im Jahr 2017 fielen laut NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) 346.831 Tonnen Abfall allein an Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen an.

In den letzten 25 Jahren hat sich der Abfall von Heißgetränken sogar versechsfacht, der von Einweggeschirr "nur" verdoppelt.

Allein in Deutschland stieg der Verpackungsverbrauch von 2010 bis 2018 um etwa 18 Prozent, pro Kopf bedeutet das 227,5 kg Verpackungsmüll pro Jahr.

 

 

Welche Ausnahmen gibt es?


Ausgenommen vom Einwegplastik-Verbot sind Hygieneprodukte wie Tampons oder Binden und Feuchttücher, Filter von Zigaretten und generell Produkte, für die es bisher keine umweltfreundlichere Alternative gibt.

Diese Produkte müssen allerdings mit einem Warnhinweis für Wegwerfplastik gekennzeichnet werden. Weiterhin davon ausgenommen sind Einweg-Getränkebecher aus Styropor, welche einen riesigen Anteil des Mülls ausmachen, so werden pro Stunde etwa 320.000 Einweg-Becher für Getränke in Deutschland verbraucht und fast die Hälfte davon sind Heißgetränke. 

Warum bleibt der Einweg-Becher aber erlaubt? Der Grund liegt darin, dass es für die Becher selbst auch noch keine ökologisch sinnvollere Alternative gibt.

 

 

Weitere Schritte

Ab 2022 dürfen Händler*Innen keine leichten Kunststofftragetaschen mehr herausgeben, außerdem müssen Einweg- oder Mehrwegflaschen besser markiert werden, um Verbraucher*Innen auf das überflüssige und vermeidbare Plastik aufmerksam zu machen. Außerdem soll die Pfandpflicht erweitert werden, zuerst auf Einweggetränkeflaschen und ab 2024 dann auch für Milchgetränkeflaschen. Ab 2025 müssen PET-Getränkeflaschen mindestens zu 25% recycelt werden.

Ab 2023 sind dann auch Caterer, Lieferdienste und Restaurants verpflichtet, Mehrwegbehälter für Speisen und Getränke anzubieten

 

Was kannst du machen?

Benutze statt Kunststoffbesteck doch einfach normales Besteck aus Edelstahl. Viele Restaurants lassen dich solches auch ausleihen, falls du mal keines zu Hand hast. Ansonsten gibt es Einweg-Holzbesteck oder sogar Besteck auf Getreidebasis, das du nach dem Gebrauch essen kannst.

Auch anstelle von Kunststoffgeschirr kannst du einfach normales Geschirr benutzen, denn bei fast jeder Veranstaltung wird Porzellanbesteck zum Ausleihen. Ansonsten kannst du für Takeaway einfach deine eigenen Boxen mitnehmen. Es gibt aber auch umweltfreundlichere Einweg-Alternativen, zum Beispiel aus Palmblättern oder Holz.

Und seien wir mal ehrlich, niemand braucht eigentlich To-Go Becher, nimm einfach deinen eigenen Thermobecher mit, den kannst du überall befüllen lassen. Genauso unnötig sind Plastik-Strohhalme, es gibt schon lange viel günstigere Trinkhalme aus Glas, Metall oder Papier. 

 

 

Unser Tipp: 

Geh vorbereitet in die Stadt. Wenn du weißt, dass du einen To Go Kaffee holen möchtest, dann nimm deinen Thermobecher mit und wenn du Lust auf TakeAway oder Snacks hast, vergiss deine Dose nicht.


Du kennst ein Produkt, was deiner Meinung nach unnötig viel Plastik verbraucht? In der App „ReplacePlastik“ könnt ihr das Produkt einscannen, woraufhin die App eine „Beschwerde“ an die Firma schickt, dass sich Verbraucher*Innen dieses Produkt mit weniger Plastik wünschen.

 

 

Du möchtest direkt über die neusten Blogbeiträge informiert werden? Dann folg uns gerne auf Instagram. :-)

 

Das könnte dich auch interessieren

Plastikabfälle durch Toiletten- und Küchenpapier

Wie auch bei Toilettenpapier, Küchenrolle und Taschentücher auf Paper verzichtet werden kann und welche tollen Alternativen es gibt, zeigen wir euch in diesem Blogpost.

Plastikpost im Briefkasten

Jeder freut sich über Geschenke. Allerdings nicht, wenn sie unerwünscht den Briefkasten "zumüllen". Wir zeigen euch, wie ihr dagegen etwas unternehmen könnt! 

Nachhaltig naschen - Plastikfreie Süßigkeiten

Obst und Gemüse können mittlerweile wunderbar unverpackt gekauft werden, aber was ist eigentlich mit Süßigkeiten? Da wird es schon schwieriger... Egal ob Kekse zum Kaffee, Gummibärchen für unterwegs oder Schokolade vorm Fernsehen – wir zeigen euch, wie ihr auch ohne Plastik genüsslich Naschen könnt. :-)

Ältere Posts Neuere Posts


0 Kommentare

Kommentar schreiben

Bitte beachte, dass Kommentare vor Veröffentlichung erst freigeschaltet werden müssen.