Alltagsmasken - das solltest du wissen!

 


Als im Dezember 2019 bzw. Januar 2020 Nachrichten und die neuesten Entwicklungen bezüglich der SARS-Cov-2-Bakterien erschienen, konnte sich wohl kaum jemand vorstellen, dass es nationale Lockdowns, Kontakt- und Reisebeschränkungen oder eine Tragepflicht einer Mund-Nase-Bedeckung geben würde. Das Tragen einer Bedeckung für Mund und Nase war ein fremdes Bild, aber nach und nach gab es die Teile zunächst aus Stoff gefühlt an jeder Ecke. Im Herbst 2020 kam dann auch noch die Pflicht von medizinischen Masken in einigen öffentlichen Bereichen, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Supermarkt.

Unter den aktuell genehmigten Masken zählen FFP-2 oder-3-Masken sowie OP-Masken. Wo wir welche Masken tragen dürfen und wo nicht, wird durch kommunale Regeln festgelegt.

 

 

OP-Masken


Monatelang wurden die OP-Masken den Stoffmasken gleichgestellt. So dünn wie sie sind, entstand schnell der Eindruck, dass sie kaum wirksamer als ihre bunten Stoff-Genossen sind. Doch falsch! Eine OP-Maske wird vollkommen anders hergestellt. 


Was viele als eine Lage Stoff bezeichnen, sind in Wirklichkeit drei Lagen. Es gibt den Außen-Vlies (blau), darunter den Melt-Below-Vlies (Filter) und den Innen-Vlies (weiß). Diese sollen Tröpfchen abfangen. Durch einen integrierten Metallbügel im oberen Rand kann die Halbmaske dem Nasenrücken angepasst werden, um den Ein- und Austritt von Atemluft zu verringern. Studien beweisen, dass OP-Masken ungefähr 80% mehr vor einer Infektion schützen und somit für den Nahverkehr und zum Einkaufen genehmigt sind. Die OP-Masken sollten nur einmal getragen werden.

 

 

 

FFP2 + FFP3


Die Bezeichnung FFP stammt aus dem Englischen und bedeutet „Filtering Face Piece – partikelfiltrierende Halbmasken“. Ursprünglich kennt man diese Masken vor allem aus dem Handwerk, um sich vor Staub oder anderen giftigen Stoffen zu schützen.

Da im Jahr 2020 auch viele Masken mit gefälschten Zertifikaten im Umlauf waren, sind in Deutschland lediglich Masken mit der CE-Kennzeichnung und der vierstelligen Zahl für eine der 41 zugelassenen Prüfstellen zulässig. FFP2-Masken bestehen im Gegensatz zu OP-Masken aus einem speziellen Filtervlies. Durch das Ausnutzen elektrostatischer Kräfte kann dies Viren binden.

FFP2 Masken: filtern bis zu 94% oder mehr Schadstoffe und Aerosole
FFP3 Masken: filtern bis zu 99% der Schadstoffe und Aerosole

Achtung bei Masken mit Atemventil! Diese filtern nur die eingeatmete, aber nicht die ausgeatmete Luft. Somit schützen die Masken nur einen selbst, nicht aber auch andere.

 

 

Was schützt besser?

Rein medizinisch gesehen, ist die Sache eindeutig. Die chirurgischen Gesichtsmasken schützen lediglich die Menschen um einen herum und auch nur bis zu einem gewissen Grad. Aerosole, die durch Atemluft oder Sprechen in Bewegung kommen, werden von OP-Masken nur zum Teil abgefangen. Schuld sind unteranderem die freiliegenden Stellen an den Wangen, an denen die Maske nicht komplett aufliegt. Tragende selbst haben durch chirurgische Masken keinen Schutz.

FFP2 Masken schützen also besser vor Viren, da diese enger aufliegen und eine andere Filterleitung aufweisen. Unter Laborbedingungen können sie bis zu 95 Prozent der Aerosole abfangen und somit auch andere Viren filtern. Doch entscheidend ist auch hier der richtige Umgang mit den Masken. 

 

 

Wie werden Masken, Einmalhandschuhe etc. richtig entsorgt?

Rund 1,1 Millionen Tonnen Abfall im Jahr entstehen zusätzlich durch Masken, Handschuhe und sonstige Schutzkleidungsstücke, die während der Corona-Pandemie notwendig sind. Viele dieser Produkte landen leider auch im Wald, Fluss oder Straßenrand. Das führt nicht nur zu einem erhöhten Müllaufkommen, sondern auch zu einem erhöhten Hygienerisiko.   

Masken gehören weder in die Gelbe Tonne noch in das Altpapier, sondern in den Restmüll. Die kontaminierten Masken können nur noch über Verbrennung richtig entsorgt werden.
Wichtiger Tipp: Vor dem Entsorgen die Masken an den Bändern durchschneiden. Sollte diese durch Zufall doch nicht im Müll, sondern in der Natur landen, können keine Tiere hängenbleiben.

 


Kann ich die Masken wiederverwenden oder sind das Einmalprodukte?

Weder OP-Masken noch FFP-Masken sollten gewaschen werden, da sonst die Filterleistung reduziert wird. OP-Masken sind Einmal-Produkte und sollten nicht wiederverwendet werden. Die Fachhochschule Münster hat die Wiederverwendbarkeit von FFP2- und FFP3-Masken aber untersucht und herausgefunden, dass es sowohl eine Möglichkeit im Backofen als auch an der Luft gibt:

 

Die Backofen-Methode:

1. Backofen auf exakt 80°C erhitzen (ggf. mit Thermometer checken)

2. Maske auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen

3.Maske bei geschlossener Tür für 60 Minuten im Ofen lassen

4. Anschließend die Maske gut auskühlen lassen und auf Schäden prüfen

5. Wichtig:
Unter 70°C: Maske kann infektiös bleiben
Über 105°C: Filterleistung kann beeinträchtigt werden und Materialschäden können entstehen

6. Methode kann fünf Mal durchgeführt werden, danach sollte die FFP-Maske entsorgt werden

 

 

Die Luft-Methode:

1. Trockenen Ort suchen und eine Leine spannen (Bspw. Wäscheleine). Küche, Bad und andere Orte mit hoher Luftfeuchtigkeit eigenen sich hierfür nicht.

2. Masken mit ausreichend Abstand aufhängen und für mind. sieben Tage hängen lassen (es werden demnach sieben Masken empfohlen, um täglich wechseln zu können)

3. Methode kann fünf Mal durchgeführt werden, danach sollte die Maske entsorgt werden

 

 

Zwei hilfreiche Tipps

1. Hänge die Masken mit verschiedenfarbigen Wäscheklammern auf. Eine Farbe für jeden Wochentag. So weißt du immer, ab welchem Tag die Maske wieder bereit zum Tragen ist. 

2. Und damit du die Masken nicht versehentlich zu oft trägst, kannst du mit einem Stift einen Strich für jedes Mal Tragen auf eines der Gummibänder zeichnen.

 

 

Die andere Seite der Münze

Einweg- sowie FFP2-Masken sind nicht nur Pflicht, sondern auch unausweichlich, wenn es um die Eindämmung der Pandemie geht. Doch viele (gebrauchte) Masken landen ungeachtet neben dem Mülleimer, an Haltestellen, am Wegrand, auf dem Supermarktparkplatz oder direkt in Gewässern. 

Landen die Masken in der Umwelt, belastet das die Natur. Das aus Polyester und Polypropylen hergestellte Material braucht viele Jahre, bis es sich vollständig zersetzt hat. Masken, die in der Umwelt landen, zersetzen sich zu Mikroplastik und gelangen so in die Nahrungskette vieler Meereslebewesen.

 

  

Richtig tragen, abnehmen und lagern

Das Tragen von Schutzmasken ist nur dann richtig effektiv, wenn du sie richtig handhabst.

  • Bevor du eine Maske aufsetzt, solltest du die Innenseite nicht berühren.
  • Mund UND Nase müssen bedeckt sein, die Ränder sollten eng anliegen.
  • Während des Tragens solltest du die Maske nicht berühren.
  • Sobald die Maske durchfeuchtet ist, sollte sie gewechselt werden.
  • Nimmst du die Maske unterwegs ab, solltest du sie bis zum Trocknen in einem luftdicht geschlossenen Behälter aufbewahren, um auch andere Dinge in deiner Tasche nicht zu kontaminieren.
  • Beim Abnehmen der Maske solltest du die Gummis greifen und nicht die Vorderseite berühren. Nach dem Abnehmen gründlich die Hände waschen.

 

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